2021
Horn A et al. Long-term health sequelae and quality of life at least 6 months after infection with SARS-CoV-2: design and rationale of the COVIDOM-study as part of the NAPKON population-based cohort platform (POP). Infection. 2021;49(6):1277–1287. DOI: 10.1007/s15010-021-01701-5
Diese Arbeit beschreibt das Studiendesign. Die COVIDOM-Studie wurde aufgebaut, um Menschen mindestens sechs Monate nach einer SARS-CoV-2-Infektion umfassend zu untersuchen – auch nach milden Verläufen. Damit wurde die Grundlage geschaffen, Langzeitfolgen systematisch und bevölkerungsbezogen zu erfassen.
2022
Bahmer TJ et al. Severity, predictors and clinical correlates of Post-COVID syndrome (PCS) in Germany: A prospective, multi-centre, population-based cohort study. EClinicalMedicine. 2022;51:101549. DOI: 10.1016/j.eclinm.2022.101549
Die Studie zeigte, dass sich die Schwere von Post-COVID mit einem Symptom-Score erfassen lässt. Besonders wichtig waren die Belastung in der Akutphase, die Zahl anhaltender Beschwerden und persönliche Voraussetzungen. Das half, Post-COVID besser zu beschreiben und vergleichbar zu machen.
2023
Shi Y et al. Persistent symptoms and risk factors predicting prolonged time to symptom-free after SARS-CoV-2 infection: an analysis of the baseline examination of the German COVIDOM/NAPKON-POP cohort. Infection. 2023;51:1679–1694. DOI: 10.1007/s15010-023-02052-9
Hier wurde untersucht, wer nach einer Infektion besonders lange braucht, bis wieder Beschwerdefreiheit erreicht ist. Bestimmte Faktoren – etwa mehr Beschwerden nach der Infektion und ungünstige Ausgangsbedingungen – waren mit einem längeren Erholungsweg verbunden.
Winkelmann S et al. Persisting chemosensory dysfunction in COVID-19 – a cross-sectional population-based survey. Rhinology. 2023;61(1):12–23. DOI: 10.4193/Rhin22.258
Die Arbeit zeigt, dass Riech- und Geschmacksstörungen bei einem Teil der Betroffenen lange bestehen bleiben können. Für Patientinnen und Patienten ist das wichtig, weil diese Beschwerden Lebensqualität, Appetit und Sicherheit im Alltag beeinflussen können.
2024
Weiß M et al. Depression and fatigue six months post-COVID-19 disease are associated with overlapping symptom constellations: A prospective, multi-center, population-based cohort study. Journal of Affective Disorders. 2024;350:107–116. DOI: 10.1016/j.jad.2024.01.090
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass depressive Beschwerden und starke Erschöpfung nach COVID-19 oft gemeinsam auftreten und sich in ähnlichen Beschwerdemustern zeigen. Das spricht dafür, beides in der Versorgung zusammenzudenken statt getrennt zu betrachten.
Hartung TJ et al. Predictors of non-recovery from fatigue and cognitive deficits after COVID-19: a prospective, longitudinal, population-based study. EClinicalMedicine. 2024;69:102467. DOI: 10.1016/j.eclinm.2024.102467
Diese Verlaufsstudie zeigte, dass sich nicht alle Betroffenen von Erschöpfung und Konzentrations- oder Gedächtnisproblemen vollständig erholen. Bestimmte Risikofaktoren halfen dabei, Personen mit höherem Risiko für eine ausbleibende Besserung zu identifizieren.
2025
Neumann C et al. Factors associated with reduction in quality of life after SARS-CoV-2 infection. Scientific Reports. 2025;15(1):6833. DOI: 10.1038/s41598-025-91388-z
Die gesundheitsbezogene Lebensqualität verbesserte sich im Verlauf zwar im Durchschnitt, blieb bei manchen Menschen aber deutlich eingeschränkt. Besonders relevant waren anhaltende Müdigkeit, Stress und die Anzahl verbliebener Symptome.
Ruß AK et al. Genome-wide association study of post COVID-19 syndrome in a population-based cohort in Germany. Scientific Reports. 2025;15(1):15791.DOI: 10.1038/s41598-025-99688-8
Diese genetische Studie suchte nach Erbanlagen, die mit Post-COVID zusammenhängen könnten. Solche Ergebnisse erklären Post-COVID nicht allein, können aber helfen, biologische Mechanismen besser zu verstehen und künftig gezielter zu forschen.
Ballhausen-Lübcker S et al. Subdomains of Post-COVID Syndrome (PCS) – a population-based study. BMC Infectious Diseases. 2025;25(1):1072. DOI: 10.1186/s12879-025-10953-4
Die Studie zeigt, dass Post-COVID nicht nur ein einziges Krankheitsbild ist. Vielmehr lassen sich unterschiedliche Beschwerdebereiche erkennen – zum Beispiel Erschöpfung, kognitive Probleme oder andere Symptomcluster. Das ist wichtig für Diagnostik und passgenauere Behandlung.
Reddy KD et al. scRNA-seq reveals persistent aberrant differentiation of nasal epithelium driven by TNFα and TGFβ in post-COVID syndrome. Nature Communications. 2025;16(1):9494. DOI: 10.1038/s41467-025-64778-0
Die Untersuchung der Nasenschleimhaut deutet darauf hin, dass bei schwer ausgeprägtem Post-COVID anhaltende Entzündungsprozesse und gestörte Reparaturvorgänge eine Rolle spielen. Vereinfacht gesagt: Nicht ein verbliebenes Virus stand im Vordergrund, sondern fehlgeleitete Immun- und Heilungsprozesse.
2026
Bahmer T et al. Lung Function Impairment after Mild SARS-CoV-2 Infection in Previously Healthy Individuals. Respiration. 2026 Jan 8:1–13. Online ahead of print. DOI: 10.1159/000549966
Diese Arbeit zeigt, dass auch nach eher milden COVID-19-Verläufen messbare Einschränkungen der Lungenfunktion vorkommen können – selbst bei zuvor gesunden Personen. Das hilft, Atemnot nach COVID-19 besser objektiv einzuordnen.
Gutzeit J et al. Long-term trends in Post-COVID severity: a machine learning analysis from the POP/COVIDOM cohort of the German NAPKON Cohort Network. EClinicalMedicine. 2026;93:103822. DOI: 10.1016/j.eclinm.2026.103822
Mit Methoden des maschinellen Lernens wurde analysiert, wie sich die Schwere von Post-COVID über längere Zeit entwickelt. Solche Modelle können helfen, typische Verläufe zu erkennen und frühzeitig abzuschätzen, wer länger Unterstützung braucht.
Quellenbasis
Die Zusammenstellung basiert auf der NAPKON-Publikationsseite, der COVIDOM/COVIDOM+-Projektseite der Universität Würzburg sowie ergänzenden PubMed-Einträgen für neuere oder zusätzlich genannte Arbeiten.
Hinweis: Enthalten sind Publikationen, die sich klar der NAPKON-POP- bzw. COVIDOM-Kohorte zuordnen lassen.
Weitere NAPKON-Arbeiten, auch ohne eindeutigen POP/COVIDOM-Bezug finden Sie unter: https://napkon.de/publikationen/
